Studien

Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien und Atemwegserkrankungen im Kindesalter

Allergien und Atemwegserkrankungen haben in den letzten Jahren vor allem bei Kindern und Jugendlichen stark zugenommen. Vor diesem Hintergrund wurde seit 1998 die wissenschaftliche Tätigkeit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Marien-Hospitals im Forschungsinstitut konzentriert.

Das Anliegen des Forschungsinstituts ist es, durch Arbeiten zu Ursachen und Risikofaktoren für Allergien und durch verbesserte Diagnostik auch schon im frühen Kindesalter Strategien zur Prävention, Erkennung und Behandlung allergischer Erkrankungen mit zu entwickeln bzw. zu verbessern.

Im Forschungsinstitut werden daher Untersuchungen im Bereich der Epidemiologie und der Genetik bei Kindern mit allergischen Erkrankungen wie atopischer Dermatitis, Nahrungsmittelallergien, allergischem Schnupfen und Asthma bronchiale vorgenommen. Daneben gilt das Interesse der Einführung und Validierung neuer kindgerechter und nicht-invasiver Untersuchungsmethoden mit dem Ziel einer verbesserten Diagnostik frühkindlicher allergischer Erkrankungen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind klinische Untersuchungsreihen zur Pharmakokinetik und -dynamik neuer Medikamente, damit auch die Kinder von dem Fortschritt in der Therapie allergischer Erkrankungen profitieren können. In allen Bereichen arbeitet das Forschungsinstitut eng mit wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland zusammen.

Zu den zahlreichen im Institut durchgeführten Studien zählt die GINI-Studie (German Infant Nutritional Intervention Program), die weltweit größte Untersuchung zum Einfluss unterschiedlicher Ernährung in den ersten Lebensmonaten auf die Entwicklung späterer Allergien bei Kindern mit genetisch bedingtem Allergierisiko. Sie wird in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Poliklinik der Technischen Universität München, dem Dr. von Hauner’schen Kinderspital der Ludwig-Maximilian-Universität München sowie dem Institut für Epidemiologie der GSF in Oberschleißheim gemacht und ist unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit im Forschungsinstitut ist das Thema „Lungenfunktion zur Früherkennung pulmonaler Erkrankungen“.
Seit vielen Jahren befassen sich Prof. Dr. Monika Gappa, Dr. Susanne Fuchs und ihr Team mit der Entwicklung der Multiple Breath Washout Technik. Multiple Breath Washout dient der Diagnose von Veränderungen in den kleinsten Atemwegen. Dies ist insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Mukoviszidose wichtig. Hier konnte das Team in Zusammenarbeit mit anderen CF Einrichtungen in Deutschland und Österreich einen wesentlichen Beitrag leisten (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=gappa-m+AND+fuchs-s).

Nicht nur die Lungenerkrankung bei Mukoviszidose beginnt im Kindesalter. Die internistische Literatur behandelt die COPD im Wesentlichen als chronische Lungenerkrankung des Rauchers. Die klinische Erfahrung zeigt, dass es durchaus jüngere Erwachsenen ohne bekannte Risikofaktoren gibt, bei denen eine COPD diagnostiziert wird. Es gibt aus den letzten Jahren eine Reihe von Studien, die belegen, dass es in der Tat eine Vielzahl von frühkindlichen Faktoren gibt, die die weitere Lungenentwicklung nachhaltig beeinflussen.
Die Entwicklung neuer Präventions- und Therapiestrategien für die Volkskrankheit COPD setzt voraus, dass die Ursprünge verstanden und in das Konzept integriert werden. In dem  hier verlinkten Artikel sind diese Überlegungen zusammengefasst  und die wichtigsten Arbeiten kurz vorgestellt (Der Pneumologe 02/2014 "COPD-eine Kinderkrankheit" Sonderdruck Prof. Gappa).

Eine erbliche Erkrankung, die zur frühen Manifestation einer COPD führen kann, ist der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (http://www.marien-hospital-wesel.de/AE8BF5C1C3B94AF6A64D85AC7C092906.htm). Welche Faktoren neben Tabakrauch für die Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielen und wann die ersten Veränderungen auftreten, ist nicht hinreichend bekannt. Eine wirksame Prävention setzt aber voraus, dass diese Faktoren besser verstanden und Lungenveränderungen früher erkannt werden.
Das Team des Forschungsinstitutes hat in den vergangenen Jahren Patienten mit bekanntem A1AT-Mangel aus ganz Deutschland und aus Italien untersucht und gezeigt, dass Multiple Breath Washout auch bei A1AT-Mangel besser geeignet ist, Lungenveränderungen zu erfassen als die üblichen Lungenfunktionsmessungen.

Der „Johannes Wenner Preis 2014“ der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie und der Deutschen Lungenstiftung wurde Chefärztin Prof. Dr. Monika Gappa verliehen. Dies geschah in Anerkennung ihrer langjährigen wissenschaftlichen Arbeiten zur Lungenfunktionsdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen und insbesondere der Arbeit zur Früherkennung von Lungenveränderungen bei Alpha-1-Antitrypsinmangel, gemeinsam mit Dr. Susanne Fuchs.
Weitere Hintergrundinformationen auf der Internetseite der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie und der Deutschen Lungenstiftung.

Patientenschulung:
Da neben der medikamentösen Therapie die Schulung von Patienten und deren Eltern im Umgang mit der Krankheit eine wesentliche Rolle im Gesamtmanagement allergischer Erkrankungen spielt, bietet das Forschungsinstitut mit dem ihm angeschlossenen Verein „Ambulante Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter (ATME LOS!)“ mehrfach im Jahr für Kinder ab dem 5. Lebensjahr die Möglichkeit zur ambulanten Asthma-Schulung an. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit einer ambulanten Neurodermitis-Schulung.

Kontakt

Studienkoordination

Prof. Dr. oec. troph. Lars Libuda

0281 104-1179

Studienkoordination

Dr. med. Susanne Fuchs

0281 104-1659 susanne.fuchs(at)prohomine.de

Studienkoordination

Kornelia Bisdorf

0281 104-60717 forschungsinstitut-kjm(at)prohomine.de

Gini-Studie

20 Jahre

gini(at)prohomine.de

Leiterin Forschungsinstitut

Prof. Dr. med. Monika Gappa

Chefärztin Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin - Allergologie- Kinder-Pneumologie - Neonatologie

0281 104-1170 sekretariat.paediatrie.mhw(at)prohomine.de

Dr. med. Andrea von Berg (h.c.)

Prof. Dr. med. Dietrich Berdel (h.c.)

Adresse
Entenmarkt 5,
46483 Wesel

Postanschrift
Pastor-Janßen-Str. 8-38,
46483 Wesel