Niederrheinisches Wirbelsäulenzentrum

Auf Universitäts-Niveau

Die Wirbelsäulenorthopädie / Niederrheinisches Wirbelsäulenzentrum am St. Willibrord-Spital besteht seit 25 Jahren. Es wird seit Januar 2018 als eigenständiger Bereich der Abteilung für Orthopädie von Chefarzt Jens Andreas geleitet. In der größten nicht-universitären Einrichtung dieser Art in NRW werden pro Jahr 2500 Patienten behandelt, die Palette der Erkrankungen reicht von Nackenschmerzen bis zu Tumoren.
Gemeinsam mit den Bereichen Endoprothetik, Rheumaorthopädie, Arthroskopie und Fußchirurgie bildet die Wirbelsäulenorthopädie / Niederrheinisches Wirbelsäulenzentrum die Abteilung für Orthopädie am St. Willibrord-Spital.

weiterlesen

Rückenschmerz kann vielerlei Ursachen haben und betrifft heute einen Großteil der Bevölkerung. Akuter Rückenschmerz bildet sich häufig auch ohne besondere Behandlungsmaßnahmen zurück, der chronische Schmerz bedarf jedoch einer differenzierten Diagnostik und Therapie. 
In der technischen Diagnostik kommen unter anderem Röntgen mit Funktionsaufnahmen, Computertomografie (CT), MRT (offen), Nuklearmedizin, Knochendichtemessung (DXA und Q-CT) zur Anwendung.

 

    Das Zentrum

  • Das Zentrum - ein Netzwerk von Ärzten und Fachkräften

    Gebündelte Kompetenz für eine zielgerichtete und individuelle Patientenversorgung: Dies gewährleisten die medizinischen Zentren des St. Willibrord-Spitals. Hier werden sämtliche Leistungen in Medizin, Pflege, Beratung und Betreuung, die für die Behandlung erforderlich sind, zusammengefasst und koordiniert. Die Patienten profitieren von schnellerer Diagnosestellung und fachübergreifendem Know-how.

    An diesem umfassenden Netzwerk sind nicht nur Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten beteiligt, sondern auch niedergelassene Ärzte und - je nach Bedarf - weitere Experten aus dem eigenen Haus und externe Kooperationspartner.

  • Wir behandeln im Wirbelsäulenzentrum

    Unsere Behandlungsschwerpunkte

    Wir haben uns  auf die Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen und Verletzungen der
    Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule spezialisiert.

    Hierzu zählen:

    • verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäule
    • Wirbelkanaleinengungen (Spinalkanalstenosen)
    • Bandscheibenvorfälle
    • Verletzungen der Wirbelsäule wie z.B. Brüche
    • Fehlstellungen nach Brüchen
    • Folgezustände nach Voroperationen an der Wirbelsäule
    • angeborene und erworbene Instabilitäten und Formabweichungen
    • Tumore der Wirbelsäule inklusive Metastasen
    • entzündliche und infektiöse Erkrankungen
    • rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule
    • Wirbelsäulenverkrümmungen  (z.B. Skoliosen und Hyperkyphosen)
    • Brüche bei Osteoporose

     

    Hierbei kommen sowohl operative als auch nichtoperative (konservative) Maßnahmen zur Anwendung. Vor jeder Behandlung erfolgt die jeweils notwendige Diagnostik. Die Ergebnisse der Diagnostik und die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie werden individuell auf den Patienten abgestimmt und ausführlich besprochen.

    Bei allen operativen Maßnahmen stehen gewebeschonende Verfahren im Vordergrund, um eine rasche Genesung zu ermöglichen. 

  • Unsere Therapieleistungen des Wirbelsäulenzentrums

    Unser therapeutisches Spektrum

    • Differenzierte Stufendiagnostik

    Durch gezielte, röntgenkontrollierte Injektionen an der Wirbelsäule kann die Schmerzursache eingegrenzt werden und damit ein spezielles Behandlungskonzept festgelegt werden.

    • Multimodale konservative (nicht operative Therapie) bei Rückenschmerz/Reduzierung der Gehstrecke bei Enge des Rückenmarkkanals (Spinale Stenose)

    Beratung und Behandlung von Beschwerden durch gezielte Injektionen und Infiltrationen, teils unter Röntgenkontrolle (Epidurale, Wurzelblockade/PRT, Facetten- und ISG-Infiltration, etc.), unter verschiedenen begleitenden Therapiemaßnahmen wie Krankengymnastik, Ergotherapie, balneo-physikalischen Anwendungen, Bewegungsbädern und mehr

    • Minimal-invasive Verfahren 

    Verödung (Thermokoagulation bzw. Nukleoplastie) von schmerzvermittelnden kleinen Nerven an den kleinen Wirbelgelenken oder in der Bandscheibe. Diese sind häufig für chronische Rückenschmerzen mitverantwortlich.

    • Mikrochirurgische Eingriffe bei Bandscheibenvorfällen oder Einengungen des Rückenmark-/ Nervenkanales (Stenosen)

    Hierdurch können über kleine Hautschnitte unter Schonung des umgebenden Gewebes Bandscheibenvorfälle oder durch Knochen und Weichgewebe bedingte Einengungen des Wirbelkanals beseitigt werden.

    • Minimal-invasive Techniken bei Wirbelbrüchen (Kyphoplastie)

    Bestimmte Wirbelbrüche, insbesondere bei Osteoporose, welche sich durch konservative (nicht operative) Therapiemaßnahmen nicht ausreichend gut behandeln lassen, können durch Einspritzung von Knochenzement in den Wirbelkörper wieder aufgerichtet und stabilisiert werden. Dies wird minimal-invasiv durchgeführt.

    • Stabilisierungsverfahren an der Wirbelsäule

    Instabilitäten an der Wirbelsäule können angeboren oder durch Verschleiß bedingt sein, aber auch durch Wirbelbrüche entstehen. Es kann hierbei eine Fusionsoperation als Stabilisierungsmaßnahme notwendig sein. Es kommen je nach Krankheitsbild verschiedene Fusionsoperationen regelmäßig zur Anwendung. Diese Stabilisierungen können sowohl von rückenwärts (dorsal) als auch von vorne (ventral) an der gesamten Wirbelsäule vorgenommen werden.

    • Dynamische Stabilisierungsverfahren 

    Bei bestimmten Krankheitsbildern kann nach kritischer Vordiagnostik eine Stabilisierung unter Erhalt der Beweglichkeit der Wirbelsäule durchgeführt werden. Beispielsweise werden künstliche Bandscheibenprothesen (Artificial disc) sowohl an der Lenden- als auch Halswirbelsäule implantiert.

    • Korrektur- und Rekonstruktionseingriffe

    Angeborene oder erworbene Fehlstellungen und Deformitäten der Wirbelsäule sowie durch Tumoren oder Entzündungen verursachte Destruktionen werden korrigiert und stabilisiert. Hierbei kann auch ein Wirbelkörperersatz notwendig sein. Eine sorgfältige Analyse und Planung ist stets Grundvoraussetzung.

  • Beteiligte Fachkliniken im Zentrum

    St. Willibrord-Spital Emmerich:

    Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
    Dr. Roland Hilgenpahl
    Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie

    Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    Prof. Dr. Joachim van Alst, MSc.
    Chefarzt der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin

    Klinik für Innere Medizin (Rheumatologie)
    Volker Fischer-Kahle
    Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Rheumatologie

    Fuß- und Sprunggelenkzentrum
    Ramin Cordis
    Oberarzt, Leiter des Fuß- und Sprunggelenkzentrums

    Radiologische Abteilung
    Standortleiterin Dr. med. Mariola Gorniak

Tragende Säule

Die S-förmige Wirbelsäule ist die tragende Stütze des Körpers und ummantelt das Rückenmark, das sich im Wirbelkanal befindet. Beim Menschen besteht die Wirbelsäule aus 24 Wirbeln. Sie sind getrennt durch 23 Bandscheiben, die für Beweglichkeit sorgen. Die Wirbelsäule gliedert sich in fünf Abschnitte: Hals-, Brust- und Lendenwirbel sowie Kreuzbein und Steißbein.