Behandlungsangebote

Visceralchirurgie

Die Visceralchirurgie beschäftigt sich mit der operativen Behandlung der Bauchorgane (Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Enddarm, Leber und Gallenblase) sowie der endokrinen Organe, also der Drüsen (Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Nebenniere), und der Behandlung von Bauchdecken- und Leistenbrüchen. Auch die Behandlung von Erkrankungen des Enddarmes (Proktologie) gehört in dieses Fachgebiet.

Die operativen Eingriffe können teilweise ohne einen großen Bauchschnitt erfolgen. Die minimal-invasive Technik (Schlüssellochchirurgie) ermöglicht eine Operation über kleine Schnitte unter Videodarstellung des Operationsgebietes.

  • Minimalinvasive Operationen

    Der Vorteil für die Patienten ergibt sich bei dieser Technik durch deutlich geringere postoperative Schmerzen und eine verkürzte Rekonvaleszenz (Erholungszeit). Die Patienten sind schneller wieder auf den Beinen und können früher wieder am normalen Tagesablauf bzw. Arbeitsleben teilnehmen.

    In unserer Abteilung führen wir etwa 50 Prozent der Operationen minimal-invasiv durch.

    Das betrifft vor allem folgende Eingriffe:

    • Beseitigung der Refluxkrankheit der Speiseröhre (s.g. Antirefluxoperation)
    • Beseitigung von Hohlorganperforationen, z.B. Magendurchbruch
    • Gallenblasenentfernungen
    • Milzentfernungen
    • Dünndarmteilentfernungen
    • Dickdarmteilentfernungen
    • Appendektomie („Blinddarmentfernung“)
    • Durchtrennung von Verwachsungen
    • Behebung eines Aftervorfalles (Analprolaps)
    • Anlage eines künstlichen Darmausgangs
    • Leistenbrüche
    • Bauchwandbrüche
    • Narbenbrüche
    • Mediastinoskopie
    • Brustraumspiegelungen
    • Teilentfernungen der Lunge
    • Beseitigung des Lungenkollapses
       

    Normalerweise ist zwischen den Organen im Bauchraum kein Zwischenraum vorhanden. Für die minimal-invasive Operationstechnik ist es erforderlich, die Organe voneinander zu trennen. Durch die Insufflation (Einblasen) von Kohlendioxid hebt sich die Bauchdecke von den Bauchorganen ab. So erzeugt der Chirurg eine künstliche Höhle, in der er operativ tätig werden kann. Am Ende der Operation wird dieses sogenannte Kapnoperitoneum wieder abgelassen.

    Über in die Bauchwand eingebrachte Schleusen (Trokare) wird ein Laparoskop (Spezialendoskop mit Optik) in die Bauchhöhle eingebracht, die per Videokamera das Operationsfeld auf einen Monitor überträgt. Anschließend werden über zusätzliche Arbeitstrokare die laparoskopischen Instrumente dorthin gebracht, wo der Eingriff vorgenommen wird. Während der Operation kommt es zu einem ständigen Gasverlust im Bauchraum. Deshalb wird das entwichene Gas kontrolliert ersetzt, um den Druck im Bauchraum aufrechtzuerhalten. Andernfalls würde der Operationsraum stetig schrumpfen und schließlich komplett "verschwinden".

    Trotz der verhältnismäßig jungen Geschichte der minimal-invasiven Chirurgie seit 1989 sind durch die rasante technische Entwicklung zahlreiche abdominelle (den Unterleib betreffende) Eingriffe auf sehr hohem Niveau möglich. Dennoch: Bei bösartigen Erkrankungen in der Onkologie kommt es in der Regel darauf an, den Tumor möglichst radikal zu entfernen, um dem Patienten einen Überlebensvorteil zu sichern. Deshalb ist das minimal-invasive OP-Verfahren in der Onkologie nicht immer erste Wahl.

  • Thoraxchirurgie

    Als Teil der Abteilung für Allgemein- und Visceralchirurgie befasst sich die Thoraxchirurgie mit der umfassenden Diagnostik und Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen der Lunge, des Brustkorbes, des Rippenfelds und des Mittelfellraums. Von der differenzierten Diagnostik über Schlüssellochoperation bis hin zu ausgedehnten Operationen bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen bieten wir alle modernen Verfahren an.

    Leitender Arzt der Thoraxchirurgie ist Oberarzt Dr. Uwe Monser.

    >>HIER<< nähere Informationen zur Thoraxchirurgie

  • Proktologie

    Die Proktologie ist ein eigenes Gebiet innerhalb der medizinischen Fächer und befasst sich mit den Erkrankungen des Afters, des Mastdarmes und der Haut um den Anus herum. Im St. Willibrord-Spital ist die Proktologie integriert in die Abteilung für Allgemein-und Visceralchirurgie. Es steht sowohl ambulant als auch stationär das komplette Spektrum der modernen konservativen und operativen Proktologie zur Verfügung. Besondere operative Schwerpunkte bestehen in der Fistelchirurgie, der Behandlung von Hämorrhoidalleiden, der Stuhlentleerungsstörungen (Verstopfung) und bei Erkrankungen des Beckenbodens.

    Leitender Arzt der Proktologie ist Ltd. Oberarzt Martin P. Hawranek.

    >>HIER<< nähere Informationen zur Proktologie

  • Endokrinologie

    In der endokrinologischen Chirurgie werden die Erkrankungen der Drüsen behandelt.
    Dazu zählen gutartige und bösartige Erkrankungen der Schilddrüse sowie der Nebenschilddrüse und Erkrankungen der Nebenniere und der Bauchspeicheldrüse.

    Zur Therapie gehört die Behandlung von

    • gutartigen Schilddrüsen-Erkrankungen
      - Knotenbildungen der Schilddrüse (Kropfbildungen)
      - Immunologische Erkrankungen der Schilddrüse
      - Basedowstruma
    • bösartigen Schilddrüsen-Erkrankungen
      - Schilddrüsencarzinom (Schilddrüsenkrebs)
      - Lymphknotenausräumung
    • Überfunktionen der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus)
    • Nebennierenadenome

      Die Endokrinologie arbeitet eng mit dem Schilddrüsenzentrum Unterer Niederrhein im Haus zusammen.
  • Speiseröhre und Magen

    In der Visceralchirurgie werden gut- und bösartige Erkrankungen der Speiseröhre und des Magens behandelt. 

    • gutartige Erkrankungen
      - Speiseröhrendivertikel
      - Refluxerkrankung und Zwerchfellbruch (Sodbrennen)
      - Magengeschwüre
      - Geschwüre des Zwölffingerdarmes
    • bösartige Erkrankungen (Krebserkrankungen)
      - der Speiseröhre
      - des Magens
  • Dünndarm und Dickdarm

    Wir bieten in enger Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen unseres Hauses, insbesondere der Gastroenterologie, die gesamte Diagnostik und Therapie von gutartigen und bösartigen Erkrankungen im Bereich des Dünndarmes, Dickdarmes und Enddarmes sowie des Analbereiches an.

    Die chirurgische Therapie von Erkrankungen des Dünn- und Dickdarmes umfasst u.a. die Behandlung von:

    • entzündlichen Darmerkrankungen
      - Divertikulitis (Entzündungen von Darmwandausstülpungen)
      - Morbus Crohn
      - Colitis ulcerosa
      - Appendizitis (Blinddarmentzündung)
      - Meckel´sches Divertikel
    • bösartigen Geschwülsten (Krebserkrankungen)
      - Dünndarmcarzinome
      - Dickdarmcarzinome
      - Mastdarmcarzinome (auch schließmuskelerhaltende Operationen)
    • gutartigen Geschwülsten des Dünn- und Dickdarmes, z. B. Polypen
    • Erkrankungen des Analbereiches (Proktologie)
       

    Ein Teil dieser Operationen kann ggf. in minimal-invasiver Technik (Schlüssellochchirurgie) vorgenommen werden.

  • Leber und Galle

    In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Gastroenterologie führen wir die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Leber- und Gallenwege sowie der Bauchspeicheldrüse durch.

    Nach Sicherung der Diagnose und interdisziplinärer Festlegung der Therapie folgt, falls erforderlich, der entsprechende chirurgische Eingriff.

    Hierzu zählt die Behandlung von:

    • gutartigen und bösartigen Tumoren der Gallenblase und der Gallengänge
    • gutartigen und bösartigen Tumoren der Leber
    • gutartigen und bösartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse
    • Gallenblasenentzündungen
    • Bauchspeicheldrüsenentzündungen

     

    Ein Teil dieser Operationen kann ggf. in minimal-invasiver Technik (Schlüssellochchirurgie) vorgenommen werden.

  • Bauchdecken- und Leistenbrüche

    In unserer Abteilung bieten wir alle operativen Verfahren zur Versorgung von Leistenbrüchen, Bauchwandbrüchen und Narbenbrüchen an.
    Zum Verschluss der verschiedenen Brüche stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung – sowohl mit Verstärkung durch körpereigenes Material als auch durch künstliche Materialien (z.B. Kunststoffnetz).

    Sehr viele dieser Operationen werden von uns in minimal-invasiver Technik (Schlüssellochchirurgie) durchgeführt.

    Ob eine Versorgung durch körpereigenes Material oder durch ein Kunststoffnetz erfolgen kann, ob die konventionelle Operationsmethode mit Schnitt oder die minimal invasive Technik durch kleine Öffnungen angewandt wird, wird individuell mit jedem Patienten abgestimmt, um eine optimale Therapie zu erreichen.

    Es erfolgt die Behandlung von:

    • Leistenbrüchen
    • Schenkelbrüchen (Femoralhernien)
    • Nabelbrüchen
    • Bauchdeckenbrüchen (z.B. Spieghel´sche Hernie, epigastrische Hernie)
    • Narbenbrüchen
    • Zwerchfellbrüchen
  • Erkrankungen der Venen und Arterien (Gefäßchirurgie)

    Die Gefäßchirurgie behandelt Erkrankungen der arteriellen (vom Herz wegführenden) und venösen (zum Herz hinführenden) Gefäße. Das therapeutische Spektrum wird durch die Entwicklung moderner Gefäßersatzmaterialien zunehmend erweitert. Außerdem werden immer häufiger sogenannte interventionelle Verfahren angewendet, zum Beispiel das Aufdehnen von Gefäßengstellen durch Ballons mit und ohne Implantation sog. Stents (metallene Gefäßstützen) oder die Ausschaltung von Erweiterungen der großen Körperschlagader (Aneurysma) durch die Implantation von Endoprothesen.

    Erkrankungen der Venen

    Die häufigste Erkrankung des venösen Gefäßsystems ist das Krampfaderleiden. Krampfadern sind Ausdruck einer angeborenen Bindegewebsschwäche. Dadurch kommt es zu einer Erweiterung der Vene mit Verlust der Venenklappenfunktion. Die Folge: Das Blut staut sich in den weitgestellten Venen, und der Druck in das Gewebe nimmt zu. Langfristig führt diese Druckerhöhung zu Verfärbungen in der Haut und auch zu chronisch offenen Wunden im Bereich des Unterschenkels, die schlecht oder gar nicht mehr abheilen. Durch eine Operation der Krampfadern kann dies weitgehend vermieden werden.

    Erkrankungen der Arterien

    Bei den Erkrankungen des arteriellen Systems handelt es sich im Wesentlichen um Störungen der Durchblutung durch Einengungen der Arterien. Die Einengungen sind in den meisten Fällen durch Kalkablagerungen in der Gefäßwand bedingt. Dadurch kommt es zu einer Verminderung der Durchblutung in dem nachgeschalteten Versorgungsbereich mit Entwicklung der Symptome einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK):

    • Schmerzen bei Belastung (Schaufensterkrankheit)
    • Schmerzen in Ruhe
    • absterbendes Gewebe im Fuß- und Unterschenkelbereich

    Bei Einengungen der Halsschlagadern kann es zu Durchblutungsstörungen des Gehirns kommen. Diese können sich in verschiedener Weise bemerkbar machen:

    • Schwindel- oder Fallattacken
    • vorrübergehender Verlust der Sehfähigkeit (Amaurosis fugax)
    • Sprachstörungen
    • Kurz andauernde Lähmung einer Körperhälfte (TIA)
    • Ausbildung eines Schlaganfalles mit anhaltender Lähmung

    Es können sich auch Ausweitungen der Schlagadern, sogenannte Aneurysmen, entwickeln. Dazu zählen das Bauchaortenaneurysma und das Kniekehlenaneurysma.

  • Schilddrüsenzentrum Unterer Niederrhein

    Bei Erkrankungen der Schilddrüse können die Symptome sehr vielfältig sein. Deshalb sind in die Untersuchung und Behandlung verschiedene medizinische Fachdisziplinen eingebunden. Das St. Willibrord-Spital hat dazu das Schilddrüsenzentrum Unterer Niederrhein eingerichtet. 

    Zur optimalen Abstimmung der Untersuchungen und Behandlungen haben im Jahr 2006 Ärzte in Köln das Schilddrüsenzentrum Köln e.V. gegründe, das sich zum Deutschen Schilddrüsenzentrum weiterentwickelt hat. Das St. Willibrord-Spital erfüllt die geforderten Kriterien und wurde in das Deutsche Schilddrüsenzentrum aufgenommen. Wir haben uns diesem bundesweit agierenden Netzwerk zur Optimierung der Schilddrüsenbehandlung angeschlossen, um unseren Patientinnen und Patienten eine optimale qualitätsgesicherte Therapie zu ermöglichen.

    Zu den Aufgaben des Deutschen Schilddrüsenzentrums zählt neben der Behandlung insbesondere die Aufklärung der Bevölkerung. Ausführliche Informationen zu allen Themen rund um die Schilddrüse sind auf der Internetseite www.deutsches-schilddruesenzentrum.de zusammengefasst.

  • Onkologie

    In der Onkologie werden die bösartigen Erkrankungen diagnostiziert und therapiert. Zur Planung der Therapie ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen erforderlich. Je nach Ursprung und Stadium einer Krebserkrankung ist entweder eine rein konservative Therapie (z.B. Bestrahlung, Chemotherapie) notwendig oder die Entfernung / Verkleinerung des Tumors durch einen chirurgischen Eingriff. Manchmal ist auch eine Chemotherapie und Bestrahlung vor einem operativen Eingriff sinnvoll, um die Größe des Tumors zu verringern.

    Um für jeden Patienten die optimale, auf das Stadium der Tumorerkrankung ausgerichtete Therapie planen zu können, arbeiten die verschiedenen Fachabteilungen des Krankenhauses eng miteinander zusammen. Es werden auch Fachdisziplinen aus anderen Kliniken (z.B. Onkologen, Pathologen, Strahlentherapeuten usw.) in die Therapieplanung mit einbezogen.