Erst-Zertifizierung als eigenständiges Brustzentrum

06.07.2020

Die Erst-Zertifizierung als eigenständiges Brustzentrum steht im Marien-Hospital an. Zwei Auditorinnen der Ärztekammer Westfalen-Lippe prüften die Einrichtung einen Tag lang auf Herz und Nieren und sprachen anschließend die Empfehlung an die Zertifizierungsstelle aus, dem Zentrum das Zertifikat zu verleihen. Bereits seit 2016 trägt das Zentrum das OnkoZert-Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (Brustheilkunde).

Brustkrebs ist in Deutschland nach wie vor die häufigste Krebserkrankung der Frau – mit steigender Tendenz. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt derzeit bei ca. 70.000. Die Mortalität hingegen ist mit ca. 19.000 Todesfällen pro Jahr nahezu konstant. Dies ist auf eine verbesserte Diagnostik und neue zielgerichtete Therapien zurückzuführen, von denen auch Patientinnen des Brustzentrums am Marien-Hospital profitieren.  

Ein interdisziplinäres Team von Experten auf dem Gebiet von Prävention, Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Nachsorge gewährleistet das Marien-Hospital eine qualitätsgestützte, leitliniengerechte Versorgung. Aktuell betreut das Zentrum 252 neu hinzugekommene Patientinnen pro Jahr und übertrifft damit deutlich die Marke von 150, die für die Erteilung des Zertifikats erforderlich ist. Die Ärztekammer bescheinigte die hohe Expertise des onkologischen Fachpersonals. So ist Dr. Daniela Rezek, Chefärztin des Brustkrebszentrums und der Klinik für Senologie (Brustheilkunde), Master of Senology. Auch darüber hinaus ist das ärztliche Team hochkarätig besetzt. Die Leitende Oberärztin Isabelle Gourdin hat sowohl die Weiterbildung in medizinischer Tumortherapie und genetischer Beratung absolviert als auch eine Ausbildung in Psychotherapie abgeschlossen. Seit 09/2019 im Team ist die leitende Ärztin für operative onkologische Senologie, Aloysia Thale, die zusätzlich über die Spezialisierung gynäkologische Onkologie, medikamentöse Tumortherapie und Palliativmedizin verfügt. Hinzu kommen auf Brustkrebs geschulte Pflegekräfte (Breast Care Nurses).

Die Einbeziehung der Mind-Body-Medizin, die das Zusammenspiel von Psyche und Körper berücksichtigt, ist ein weiteres Merkmal des Brustzentrums. Naturheilkundliche Verfahren und Ernährungsberatung, psychoonkologische Betreuung, Sozialdienst und Kontakte zu Selbsthilfegruppen komplettieren das umfassende medizinische Angebot.

Der fachliche Austausch ist ein weiteres Kennzeichen des Brustzentrums, das aktives Mitglied im Studiennetzwerk Rhein-Ruhr ist. Regelmäßig kommen Mediziner aus anderen Zentren ins Marien-Hospital, um spezielle OP-Methoden zu lernen. Das Brustzentrum ist eingebettet in das Niederrheinische Zentrum für Tumorerkrankungen (NZT) unter dem Dach der pro homine, zu dem das Marien-Hospital gehört. Im NZT finden regelmäßig Fallbesprechungen (Tumorboards) statt, bei denen Experten aller in der Onkologie tätigen Disziplinen die bestmögliche Therapie für jeden einzelnen Patienten ermöglichen.

Das NZT arbeitet mit regionalen und überregionalen Partnern und Exzellenzzentren zusammen. So erhalten die Patientinnen des Brustzentrums Zugang zu den modernsten Therapieansätzen. Es wurden bereits neue Methoden implementiert, die die Tumorbiologie berücksichtigen. Weil die operative Therapie einen besonderen Schwerpunkt im Brustzentrum darstellt, steht bereits die nächste Zertifizierung an: als Ausbildungsklinik der Arbeitsgemeinschaft für ästhetische und wiederherstellende Operationsverfahren in der Gynäkologie. Damit steht allen Frauen aus Wesel und Umgebung ein hochkarätiges Expertenteam zur Verfügung.