News/Meldungen

„Agenda 2020“: Das Management des St. Willibrord-Spitals treibt die Entwicklung der Klinik weiter voran

12.02.2020

Das St. Willibrord-Spital Emmerich hat das Jahr 2019 mit einer deutlich positiven Leistungsentwicklung abgeschlossen und setzt seine Strategie in medizinischer, personeller sowie baulicher Hinsicht aktuell und in den kommenden Jahren konsequent weiter um. Darüber informierten Geschäftsführung und Direktorium bei einem Pressegespräch am 12. Februar 2020.

In einem schwierigen gesundheitspolitischen Umfeld konnte die Belegung gesteigert werden. 2019 betrug die Zahl der stationären Patienten 10.404 gegenüber 9915 in 2018 – ein Plus um knapp fünf Prozent. Besondere Zuwächse verzeichneten die Innere Medizin (4505 Patienten), die Wirbelsäulenchirurgie (1958 Patienten) und die Altersmedizin (1083 Patienten). Das sind gute Vorzeichen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des St. Willibrord-Spitals.

Bauprojekte

  • Die Umgestaltung der Eingangshalle erfolgt ab Sommer 2020. Das Architekturbüro Kraft-Führes und Partner (Essen) hat mit der Feinabstimmung der Baupläne begonnen; vorgesehen ist ein direkter Zugang vom Haupteingang; der Windfang wird nach draußen verlegt, das Foyer optisch aufgewertet (mehr Aufenthaltsqualität). Pforte und Hostessendienst bleiben im Erdgeschoss. Die Finanzierung des Projekts ist über die Stiftung St. Willibrordus-Spital sichergestellt.
  • Im Außenbereich des Krankenhauses entsteht ein neues zentrales Treppenhaus inklusive Fahrstuhl. Das neue Treppenhaus erhält auch einen direkten Zugang von außen. So wird insbesondere die Zentrale Notaufnahme (ZNA) im 1. Obergeschoss auf direktem Weg und damit schneller als bisher erreichbar. Das derzeitige, innen liegende Treppenhaus wird im Zuge der Bauarbeiten geschlossen. Die Bauarbeiten für das Gesamtprojekt beginnen Ende 2020.
  • Zudem starten Stationssanierungen im A- und C-Flügel und der Ausbau des vierten Obergeschosses, für den Mittel vom Land bewilligt wurden. Im 4. Obergeschoss sollen
    50 Betten für die Geriatrie untergebracht werden, um die gesamte Abteilung für Altersmedizin auf dieser Etage zu konzentrieren; geplant sind größere Zimmer (ein oder zwei Betten) mit Nasszellen; mit dem Ausbau wird Ende 2020 und damit später als ursprünglich geplant begonnen, weil die Bauförderung wegen des neuen Treppenhauses angepasst werden musste. Die Investitionssumme beträgt insgesamt 4,4 Millionen Euro. Auch hier finden derzeit die Feinabstimmungen zur Raumplanung mit den Mitarbeitern der Geriatrie statt. Wenn die Altersmedizin im 4. Obergeschoss konzentriert ist, folgen die Stationssanierungen im A- und C-Flügel. Insgesamt wird mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren gerechnet.
  • Die Installation eines WLAN-Netzes im gesamten Gebäude erfolgt nicht nur als Patienten-Service, sondern auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung im Krankenhaus (Stichworte: digitale Patientenakten, digitale Visitenwagen); die Arbeiten dazu sind zum Teil erfolgt und werden im Laufe des Frühjahrs fertiggestellt.

Personelles

  • Zum 1. März 2020 übernimmt Dr. Heiko Rüttgers als Leitender Arzt das Department Unfallchirurgie der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie. Der
    49-Jährige wechselt vom Katholischen Klinikum Essen, wo er seit 2013 Koordinator und Hauptoperateur des Endoprothetikzentrums ist, nach Emmerich. Dr. Rüttgers ist Facharzt für Chirurgie mit dem Schwerpunkt Unfallchirurgie sowie Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Zusatz-Weiterbildung Spezielle Unfallchirurgie. Der künftige Departmentleiter ist designierter Nachfolger von Dr. Roland Hilgenpahl, der als Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie in wenigen Jahren in den Ruhestand gehen wird.
    Unter Leitung von Dr. Rüttgers strebt das St. Willibrord-Spital die Etablierung eines zertifizierten lokalen Traumazentrums zur Verletzten-Versorgung an. Angesiedelt würde ein solches Zentrum in der Unfallchirurgie. Dort möchte Dr. Rüttgers zudem das Verletzungsarten-Verfahren (VAV) der Gesetzlichen Unfallversicherung etablieren. Bei Berufsunfällen müssen Unfallverletzte mit bestimmten schweren Verletzungen in speziellen Krankenhäusern der Akutversorgung vorgestellt werden. Die Zuweisung richtet sich dabei nach dem Verletzungsarten-Verzeichnis. Die Unfallversicherer beteiligen ausschließlich besonders geeignete Krankenhäuser am Verletzungsarten-Verfahren. Diese Kliniken müssen spezielle personelle, apparative und räumliche Anforderungen erfüllen.
  • Das Team des Niederrheinischen Wirbelsäulenzentrums wurde um einen Spezialisten erweitert: Oberarzt Dr. Lars Reijngoud hat dort zum 1. Januar 2020 begonnen.
    Dr. Reijngoud ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Facharzt für Spezielle Unfallchirurgie und war in der Sint Maartensklinik in Nimwegen als Chef de Clinique Wirbelsäulen-Orthopädie tätig.

Strategisches

Für die medizinische Versorgung von Notfall-Patienten in Emmerich wäre die Umsetzung der aktuell diskutierten Pläne von Bundes-Gesundheitsminister Spahn eine ideale Lösung. Niedergelassene Ärzte vor Ort sind bereit, eng(er) mit dem St. Willibrord-Spital zusammenzuarbeiten. Ein niedergelassener Arzt im Krankenhaus hat Interesse bekundet, seine Praxis als Notfallpraxis anzubieten. Vor diesem Hintergrund hat das Krankenhaus bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eine Kooperation zur Sicherstellung der notärztlichen Versorgung außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten der Arztpraxen beantragt. Konkret bietet das St. Willibrord-Spital an, Patienten über seine Zentrale Notaufnahme (ZNA) zum richtigen Behandlungsort weiterzuleiten (auch „Ein-Tresen-Modell“ genannt). Die Patienten kämen dann

  • in die Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte im Krankenhaus
  • in die Notfallversorgung des Krankenhauses oder
  • zu den regulären Sprechzeiten in eine ambulante Arztpraxis.

In einem solchen Modell würden das Krankenhaus und die Praxen gemeinsam die personelle Besetzung sicherstellen. Nach Überzeugung des St. Willibrord-Spitals ließe sich auf diese Weise der Notdienst effektiv gestalten, gerade im ländlichen Raum, wo die Wege zu einer Arztpraxis länger sein können.  

Pflegemanagement

  • In der Pflege sind die Stellen nahezu komplett besetzt. Im Pflege- und Funktionsdienst besteht eine sehr hohe Qualifikationsquote: 97 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine dreijährige Ausbildung absolviert. Zwischen Oktober 2019 und April 2020 wurden bzw. werden die Auszubildenden aus zwei Kursen am eigenen Bildungszentrum Niederrhein Wesel (BZNW) übernommen, insgesamt zwölf Kräfte.
  • Die Bewerbungslage in der Pflege ist nach wie vor ausreichend. Die pro homine würde Berufsrückkehrern oder Mitarbeitern in Elternzeit gerne die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung bieten, aber aktuell gibt es dafür keine Interessanten.
  • Ab 2021 wird im BZNW eine Ausbildung zum Pflegefach-Assistenten angeboten, ab 2022 zur Pflegefachkraft in Teilzeit. Mit beiden Modellen leistet das Bildungszentrum einen attraktiven Beitrag zur flexiblen Arbeitszeit-Gestaltung. 
  • Vor dem Hintergrund der generalistischen Ausbildung, in der Kranken- und Altenpflegeberufe seit Jahresbeginn 2020 zusammengefasst sind, wurde die Zahl der Ausbildungsplätze im BZNW um 43 Prozent erhöht – von 294 auf 420. 

pro homine Senioreneinrichtungen

  • Die pro homine Senioreneinrichtungen (neun Häuser mit insgesamt 680 Heimplätzen) erfreuen sich nach wie vor einer großen Nachfrage. Die Auslastung liegt wie in den vergangenen Jahren bei fast 100 Prozent, was einer Vollauslastung entspricht. Dies ist nicht zuletzt auf die hervorragende Pflege und Betreuung in den Senioreneinrichtungen zurückzuführen und spiegelt sich in den sehr guten Qualitätsprüfungsergebnissen wider. 
  • Im Jahr 2019 wurde sehr zur Freude der Bewohner und Mitarbeiter in allen Einrichtungen je eine sogenannte „Tovertafel“ angeschafft. Dabei handelt es sich um einen Projektor, der ein Bild auf eine Tischfläche projiziert. Das Bild kann von den Bewohnern bewegt werden. Dies führt intuitiv dazu, dass auch Menschen, die sonst kaum Interesse an Gesellschaftsspielen zeigen, zum Mitmachen inspiriert werden. Ob es herbstliche Blätter sind, die auf dem Tisch verwirbelt werden können, Bälle, die man sich gegenseitig zuschiebt oder Fische, die durch einfaches Antippen wegschwimmen – die „Tovertafel“ animiert die Bewohner mit zunehmender Freude, sich an diesem Gemeinschaftserlebnis zu beteiligen. Die Tovertafel wurde in Holland entwickelt und basiert auf wissenschaftlicher Forschung.