News/Meldungen

„Agenda 2020“: Das Management des Marien-Hospitals treibt die Entwicklung der Klinik weiter voran

27.01.2020

Das Marien-Hospital Wesel hat das Jahr 2019 erfolgreich abgeschlossen und treibt seine strategische und personelle Entwicklung auf vielen Feldern der Patientenversorgung konsequent voran. Darüber informierten Geschäftsführung und Direktorium bei einem Pressegespräch am 27. Januar 2020.

Im Jahr 2019 war die Zahl der stationär behandelten Patienten mit fast 20.000 stabil. Besondere Zuwächse verzeichneten die Frauenheilkunde und Geburtshilfe (die Zahl der Neugeborenen erreichte mit 1415 eine neue Höchstmarkte), die Kardiologie als größte Abteilung des Hauses (fast 4900 Patienten) sowie die Allgemein- und Visceralchirurgie (knapp 1400 Patienten). Das Marien-Hospital beendete das Jahr 2019 mit einem positiven Ergebnis und schreibt ebenso schwarze Zahlen wie die pro homine insgesamt.

Medizinstrategie
In seiner Medizinstrategie setzt die pro homine einen Schwerpunkt in der Weiterentwicklung des Niederrheinischen Zentrums für Tumorerkrankungen (NZT), in dem Experten aus allen onkologisch tätigen Fachdisziplinen des Marien-Hospitals und des St. Willibrord-Spitals Emmerich sowie weitere spezialisierte Partner zusammenarbeiten.

Die größte Abteilung des Marien-Hospitals, die Klinik für Innere Medizin I (Kardiologie / Angiologie / Pneumologie / internistische Intensivmedizin), hat ihr Spektrum erweitert um das Angebot elektrophysiologischer Verfahren zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (vor allem Vorhofflimmern). Dabei wird im Rahmen einer Katheteruntersuchung schonend der Entstehungsort der Rhythmusstörung verödet. Entstehungsort verödet. Dafür wurde der medizinische „Gerätepark“ erweitert.
Die Kardiologie unter Leitung von Chefärztin Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher setzt neu auch ein Verfahren zur Behandlung von hartnäckig verkalkten Herzkranzgefäßen ein. Ist es nicht möglich, die Verengung durch einen Stent zu beheben, wird der Kalk weggebohrt. Dieses Verfahren kann  auch bei verkalkten und verengten Beinarterien eingesetzt werden.
Neu ist auch der sogenannte Vorhofohrverschluss. Dabei wird ein „Stöpsel“ in die Vorkammer des Herzens eingesetzt, was der Bildung von Blutgerinnseln und damit der Entstehung von Schlaganfällen vorbeugen kann. In Frage kommt das Verfahren für Patienten, die keine Blutverdünner einnehmen können.
In der Pneumologie kommt ein spezielles Verfahren zur Behandlung von Lungenkrebs zum Einsatz. Mit dem endobronchialen Ultraschall (Ebus) lassen sich Tumore und bösartige Lymphknoten punktieren. Dies geschieht in enger Kooperation mit anderen Fachabteilungen unter dem Dach des NZT. Die Pneumologen sind zudem in der Lage, Stents in der Luftröhre zu platzieren, wenn diese durch den Tumor verengt ist.
Die gefäßmedizinische Abteilung des Marien-Hospitals (Angiologie) gehört zu den bundesweit besten. Sie wurde in die aktuelle Focus-Ärzteliste der 1500 Top-Mediziner Deutschlands aufgenommen – zum zweiten Mal in Folge.

Das NZT unter Federführung der Klinik für Innere Medizin II (Gastroenterologie, Onkologie, Hämatologie) unternimmt einen weiteren Schritt hin zur personalisierten Krebsmedizin. In einem molekularen Tumorboard, an dem regionale Partner vom Niederrhein beteiligt sind, werden Patienten besprochen, bei denen besondere Veränderungen im Tumorgewebe gefunden wurden. Die Experten erstellen ein Profil von Tumorgenen und prüfen, ob es neue Medikamente gibt, die dazu passen. Die Untersuchung des Krebsgewebes übernimmt eine externe Pathologie mit hochmodernen Verfahren. Die Teilnehmer des Tumorboards konferieren regelmäßig per Videokonferenz, so dass alle Beteiligten vom diesem Gemeinschaftsprojekt profitieren. Daran beteiligt werden nicht allein die Partner vom Niederrhein, sondern auch universitäre Spitzenzentren wie das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg.

In der Gynäkologie sind die Weichen für die regionale und überregionale Expansion eines onkologischen Zentrums gestellt. Zur Behandlung von Krebserkrankungen wurden Investitionen in die Medizintechnik getätigt und eine Reihe neuer Verfahren eingeführt. Schwerpunkt in der Frauenklinik unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Stephan Böhmer sind vier onkologische Unterleibs-Erkrankungen, die im Marien-Hospital insgesamt mehr als 100 Fälle pro Jahr ausmachen: Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterhöhlenkrebs, Eierstock- und Eileiterkrebs sowie Krebs im Bereich der Scham. Mit diesem Patientenaufkommen ist die Voraussetzung für die Gründung eines gynäkologischen Krebs-Zentrums am Marien-Hospital erfüllt.
Um den gestiegenen Geburtszahlen und auch den vermehrten Risikoschwangerschaften gerecht zu werden, wird der Kreißsaalbereich renoviert und um einen weiteren, vierten Saal ergänzt. Die Baugenehmigung liegt vor, mit den Bauarbeiten soll in diesem Frühjahr begonnen werden.

Das Brustkrebszentrum (Chefärztin Dr. Daniela Rezek) ist seit 2016 durch OnkoZert zertifiziert. Dieses Qualitätssiegel vergeben die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Deutsche Gesellschaft für Senologie (Brustheilkunde) an Zentren, in denen an Brustkrebs erkrankte Frauen behandelt werden. Im Marien-Hospital sind es pro Jahr über 250 Patientinnen, die wegen eines bösartigen Mammakarzinoms behandelt werden und damit deutlich mehr als die 100 Fälle, die OnkoZert fordert. Auch die von der Ärztekammer geforderten 150 Fälle werden überschritten. Nach Beendigung der Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus strebt das Brustzentrum am Marien-Hospital ebenfalls die alleinige Zertifizierung nach den Vorgaben von ÄKzert an – eine Zertifizierung, die die Ärztekammer Westfalen-Lippe im Auftrag des Landes bzw. des Gesundheitsministeriums NRW vornimmt. 

In der Strahlentherapie hat sich das Marien-Hospital neu und breiter aufgestellt. Haupt-Kooperationspartner unter dem Dach des NZT ist die Gemeinschaftspraxis borad in Dinslaken. Mitarbeiter von dort nehmen an der wöchentlichen Tumorkonferenz des Zentrums persönlich teil. Die Therapie erfolgt nach den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie. So ist eine strahlentherapeutische Behandlung auf dem aktuellsten medizinischen Wissensstand gewährleistet. Sie wird immer mit allen beteiligten Fachdisziplinen gemeinsam im Rahmen eines Gesamtbehandlungskonzeptes individuell für alle Patientinnen und Patienten festgelegt. In der am Krankenhaus niedergelassenen Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin wurde kürzlich ein neuer Kernspintomograph installiert, um die diagnostische Bandbreite zu erweitern. Vor allem in der Kardiologie und Gefäßchirurgie sind nun Bilder von Herz und Gefäßen ohne Röntgenstrahlen möglich. In der Tumordiagnostik bringt das Gerät Neuerungen ins Marien-Hospital, die eine genauere Darstellung von Tumoren des Bauchraumes, der weiblichen Brustdrüse und der Prostata ermöglichen.

In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin haben sich die Leistungszahlen seit dem Dienstbeginn der neuen Chefärztin Dr. Cordula Koerner-Rettberg im Oktober 2019 sehr positiv entwickelt. Aktuell läuft ein Antragsverfahren für ein Perinatalzentrum Level 1 zur Behandlung von Frühgeborenen, die vor Vollendung der 29. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen.
Außerdem: Die Notfallversorgung der Kinder und Jugendlichen wird neu strukturiert.

Der Klinik für Altersmedizin und Tagesklinik stehen seit dem 2019 erfolgten Umzug der Stationen in den Neubau (50 Betten plus 15 Plätze im Alterstraumatologischen Zentrum ATZ) optimal auf die speziellen Behandlungsbedürfnisse älterer Patienten ausgerichtete Räumlichkeiten zur Verfügung. Seit Oktober 2019 wird das Team verstärkt durch die neue Oberärztin Dr. Sylviane Röhrig (Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Geriatrie). Da bei multimorbiden geriatrischen Patienten häufig auch Erkrankungen aus dem neurologischen und psychiatrischen Fachgebiet vorliegen (M. Parkinson, Polyneuropathie, Demenz, Delir, Depression), wird Frau Dr. Röhrig die Expertise der Klinik für Altersmedizin in diesem Bereich verstärken. Neu zum Team gehört auch Oberärztin Dr. Stasa Ritter. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin erarbeitet aktuell mit einem multidisziplinären Team ein umfassendes Konzept zur Ernährungstherapie der geriatrischen Patienten.
In Kürze wird die Klinik für Altersmedizin ihre diagnostischen Möglichkeiten um die endoskopische Schluckuntersuchung (FEES) erweitern. Schluckstörungen (mit der Folge von Mangelernährung und Lungenentzündungen) spielen bei älteren Patienten eine große Rolle. Die endoskopischen Schluckuntersuchungen nimmt Chefarzt Dr. Christoph Schmitz-Rode gemeinsam mit einer Logopädin vor. Zum Ausbau der Schluckdiagnostik und -therapie wird die Logopädie um eine halbe Stelle erweitert.
Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik für Altersmedizin ist die geriatrische Tagesklinik mit zehn Behandlungsplätzen. Hier werden Patienten weiterbehandelt, die nicht mehr stationär behandelt werden müssen, die aber noch einer engmaschigen ärztlichen Kontrolle und weiterer rehabilitativer Behandlung bedürfen. In die Tagesklinik können Patienten auch vom Hausarzt eingewiesen werden zur Abklärung komplexer geriatrischer Syndrome, z.B. Sturzkrankheit und kognitive Störungen (Demenz).

Auf der Intensivstation setzt das Marien-Hospital als erste Klinik weltweit eine innovative Lichttechnik ein, um Verwirrtheitszustände (Delir) von Patienten zu vermeiden. Das System VitalSky der Firma Philips simuliert den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, der für die Genesung eine wichtige Rolle spielt. In sieben Zimmern wurde die Technik als Deckenkonstruktion über den Patientenbetten installiert. Die Lichtverhältnisse werden so gesteuert, dass sie dem Tagesverlauf entsprechen. Das Marien-Hospital ist
Referenzhaus für diesen neuen Weg der Delir-Prävention. Viele namhafte Kliniken aus dem In- und Ausland kommen nach Wesel, um sich das System von Dr. Marc Achilles, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, vorstellen und erläutern zu lassen. Darüber hinaus wurde beschlossen, die Kapazitäten auf der Intensivstation um vier Plätze zu erweitern. Das Fachpersonal dafür ist bereits am Haus – in Zeiten von Fachkräftemangel ein deutlicher Beleg für den guten Ruf des Hauses.

Davon kündet auch die Tatsache, dass viele Medizinstudenten nach Abschluss ihres Praktischen Jahres (PJ), das sie im Marien-Hospital absolvieren, dem Krankenhaus als Assistenzärzte treu bleiben und hier ihre Facharztausbildung beginnen. Das Marien-Hospital ist seit 2014 Akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster.

Personal

  • Derzeit sind prospektiv alle Stellen besetzt; Ausdruck des guten Rufs der pro homine als einer der größten Arbeitgeber in der Region (3000 Mitarbeiter, 250 Ausbildungsplätze); dennoch ist festzuhalten, dass es schwieriger wird, geeignetes Personal zu finden.
  • Vor dem Hintergrund der generalistischen Ausbildung, in der Kranken- und Altenpflegeberufe seit Jahresbeginn 2020 zusammengefasst sind, wurde die Zahl der Ausbildungsplätze im BZNW um 43 Prozent erhöht – von 294 auf 420. 
  • Triple-Win: Ziel dieses Projekts in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist es, aufgrund der rückläufigen Zahl von Bewerbern Pflege-Mitarbeiter aus dem Ausland zu akquirieren. Acht philippinische Arbeitskräfte werden zum 1. Juni 2020 ihre Tätigkeit in der pro homine aufnehmen und zunächst ein Jahr lang im Marien-Hospital arbeiten.
  • Um den Nachwuchs an Notfallsanitätern in der Region sicherzustellen, übernimmt das Marien-Hospital ein hohes Maß an Verantwortung: Hier werden auch Sanitäter für den Raum Bocholt ausgebildet – ein Beitrag zur Sicherstellung der Daseinsfürsorge nicht nur für das eigene Haus.  

Senioreneinrichtungen

Die Senioreneinrichtungen der pro homine erfreuen sich weiterhin großer Nachfrage. Die neun Häuser in Wesel, Voerde, Rees und Emmerich bieten 680 Plätze, die zu fast 100 Prozent belegt sind. Eine wesentliche Ursache dafür ist die gute Pflegequalität, die den Einrichtungen wiederholt von externen Prüfern bescheinigt wurde. Als erste und bisher einzige Senioreneinrichtung der pro homine wurde das Agnes-Heim in Rees auf Grundlage der seit November 2019 gültigen neuen Qualitätsprüfungsrichtlinie durch den MDK (Medizinischer Dienste der Krankenkassen) überprüft. Die Bewertung der geprüften Themenbereiche erfolgt in einer vier-Punkte-Skala. Das Agnes-Heim schloss die erste Prüfung mit einem sehr guten Ergebnis ab und verfehlte nur bei einer Frage die volle Punktzahl um einen Punkt. Nach dem inzwischen abgeschafften Notensystem waren die Senioreneinrichtungen der pro homine in den vergangenen Jahren regelmäßig mit 1,0 oder 1,1 bewertet worden.

In Kürze:

Notfallambulanz: Der Ausbau der Strukturen dieser hochspezialisierten Versorgungseinheit wird in Absprache mit dem Leitenden Arzt Guido Schwarz weiter vorangetrieben; das Triage-System zur Einschätzung der Dringlichkeit ist gut etabliert; die Voraussetzungen für eine Kooperation mit niedergelassenen Ärzten in einem integrierten Notfallzentrum (Stichwort: Spahn-Pläne) sind geschaffen. 

Gefäßchirurgie: Die Klinik verfügt nun über ein Gerät zur Wundbehandlung mit Kalt-Plasma-Technologie – ein Novum am Niederrhein. Die Gefäßchirurgie hat häufig mit chronischen Wunden zu tun, weil diesen in ca. 80 Prozent der Fälle eine Durchblutungsstörung oder ein Venenleiden zu Grunde liegt. „Wir können einerseits die ursächlichen Gefäßerkrankungen therapieren und andererseits die Wundheilung beschleunigen. Die eigentliche Plasma-Anwendung dauert dabei nur 20 bis 40 Sekunden, ist unspektakulär und völlig schmerzfrei. Sie kann im Rahmen der ambulanten Wundsprechstunde erfolgen“, erklärt Chefarzt Dr. Jürgen Hinkelmann.

Bauvorhaben: Im Zuge der Mehrjahresplanung für die Operations-Säle wird der Aufwachraum vergrößert und verlagert, um die Logistik der Patientenversorgung zu verbessern.
In der urologischen Belegabteilung wird die Endoskopie im Laufe des Jahres innerhalb der Station verlegt. Die Baugenehmigung ist bereits erteilt.